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Nordrhein-Westfalen vor 70 Jahren

Autor: TwistoryNRW (Seite 2 von 2)

Rückblick April 1946

Rückblick März 1946

„Operation Marriage“ – Zwangsheirat von Rheinländern und Westfalen

von David Pogatzki

„Es ist furchtbar, aber es geht“, sagten schon die Kabarettisten Jürgen Becker und Rüdiger Hoffmann. Seit dem 23. August 1946 leben die, dem Klischee nach, schweigsamen Westfalen und lebenslustigen Rheinländer offiziell im gemeinsamen Land Nordrhein-Westfalen.

Der Bindestrich im Namen lässt es erahnen: Am 23. August 1946 hatte die britische Militärregierung unter dem Codenamen „operation marriage“ (engl. Operation Hochzeit) das Bundesland Nordrhein-Westfalen durch den Zusammenschluss des nördlichen Teils der preußischen Rheinprovinz und der preußischen Provinz Westfalen aus der Taufe gehoben. Mit etwas Verspätung sollte Lippe im Januar 1947 im Nordosten des Landes dazu stoßen und Nordrhein-Westfalen in seiner heutigen Form entstehen.

Für die britische Besatzungsmacht ging es bei der Schaffung eines großen westdeutschen Landes aus Rheinländern und Westfalen um internationale Politik: Die Franzosen sollten beruhigt, die Sowjets ferngehalten werden  und die Rheinländer und Westfalen sowohl Kohle liefern als auch Demokratie üben. Es handelte sich um eine Vernunftehe, keine Liebeshochzeit!

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Die Presselizenzierung der Alliierten: Warum wurde welche Zeitung wann gegründet?

von Christopher Mastalerz

Um die Politik der Alliierten verstehen zu können, muss man zunächst klären, wie das Zeitungswesen vor 1933 funktionierte und welche Eigenschaften die Alliierten als ursächlich für die Machtergreifung der Nationalsozialisten gesehen haben. Der deutsche Zeitungsmarkt war überschwemmt von Lokalzeitungen, den sogenannten „Generalanzeigern“. Diese gaben sich vorwiegend als entpolitisiert, die Artikel zu überregionalen Themen wurden jedoch meist von wenigen zentralen Pressekonzernen, vergleichbar mit Presseagenturen eingekauft. Dadurch war die Vielfalt der Medien stark eingegrenzt, da diese Konzerne meist eine deutschnationale Ideologie vertraten. Weiterlesen

Grundlagen der #Entnazifizierung in NRW: Die Verordnung Nr. 24 des Alliierten Kontrollrats vom 12. Januar 1946

von Martin Reiter.

Mit der Verordnung (VO) Nr. 24 des Alliierten Kontrollrats trat am 12. Januar 1946 eine „einheitliche Rechtsgrundlage“ (Krüger 1982: 28) für die politische Säuberung in den vier Besatzungszonen in Kraft (den Volltext finden Sie hier oder im Original in den Beständen des Landesarchivs NRW, bspw. in LAV NRW R, NW 1094 Gen Nr. 85). In ihrer Zielsetzung griff die Verordnung eine zentrale Bestimmung des Potsdamer Abkommens vom 02. August 1945 auf und lieferte damit gleichzeitig eine Definition des Begriffs ‚Entnazifizierung‘:

Die Entfernung aller Mitglieder der Nationalsozialistischen Partei, die ihr aktiv und nicht nur nominell angehört haben, und aller derjenigen Personen, die den Bestrebungen der Alliierten feindlich gegenüberstehen, aus öffentlichen und halböffentlichen Ämtern und aus verantwortlichen Stellungen in bedeutenden privaten Unternehmen. Diese sind durch solche Personen zu ersetzen, die nach ihrer politischen und moralischen Einstellung für fähig erachtet werden, die Entwicklung wahrer demokratischer Einrichtungen in Deutschland zu fördern. (VO Nr. 24, §1; vgl. Potsdamer Abkommen Kap. III, Abschn. A, §6)

 

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Über unser Projekt

@nrwhistory ist ein Online-Projekt von Bachelor- und Masterstudierenden der Geschichtswissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung NRW, das die Gründungsphase des Landes Nordrhein-Westfalen im Jahr 1946 (nach-)erlebbar machen möchte. Verschiedene Themenbereiche aus der Alltags- und politischen Geschichte, die über unseren Twitter-Account und in diesem Blog präsentiert werden, sollen die Lebenswirklichkeit der Menschen im Sommer 1946 anschaulich vermitteln.

Unsere Themen:

Rik Derksen: Alltag in der Nachkriegszeit in Düsseldorf

Christopher Mastalerz: Die Welt im Spiegel der Presse. Die Tageszeitungen als Medium in der Nachkriegszeit

Maximilian Paus: Alltag in der Nachkriegszeit und die Rolle des Fussballs in Gelsenkirchen

David Pogatzki: Die „Operation Marriage“ und die Reaktionen von Rheinländern und Westfalen.

Martin Reiter:  Entnazifizierung und Kriegsverbrecherprozesse

Fabian Stein: Die Kinder des Krieges. Aufwachsen zwischen Trümmern

Frederic Tillemans: Alltag in der Nachkriegszeit und die Rolle des Fussballs in Mönchengladbach

 

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