von David Pogatzki

„Es ist furchtbar, aber es geht“, sagten schon die Kabarettisten Jürgen Becker und Rüdiger Hoffmann. Seit dem 23. August 1946 leben die, dem Klischee nach, schweigsamen Westfalen und lebenslustigen Rheinländer offiziell im gemeinsamen Land Nordrhein-Westfalen.

Der Bindestrich im Namen lässt es erahnen: Am 23. August 1946 hatte die britische Militärregierung unter dem Codenamen „operation marriage“ (engl. Operation Hochzeit) das Bundesland Nordrhein-Westfalen durch den Zusammenschluss des nördlichen Teils der preußischen Rheinprovinz und der preußischen Provinz Westfalen aus der Taufe gehoben. Mit etwas Verspätung sollte Lippe im Januar 1947 im Nordosten des Landes dazu stoßen und Nordrhein-Westfalen in seiner heutigen Form entstehen.

Für die britische Besatzungsmacht ging es bei der Schaffung eines großen westdeutschen Landes aus Rheinländern und Westfalen um internationale Politik: Die Franzosen sollten beruhigt, die Sowjets ferngehalten werden  und die Rheinländer und Westfalen sowohl Kohle liefern als auch Demokratie üben. Es handelte sich um eine Vernunftehe, keine Liebeshochzeit!

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